Nijo-jo & Kiyomizu-dera

Dienstag, 14.03.2017

Kyoto Tag 2, aka Dinge, die wir gestern nicht geschafft haben. Eigentlich nur ein Ding, aber ein ziemlich großes: die Burg Nijo 二条城. Uns dafür einen ganzen halben Tag Zeit zu nehmen, war definitiv eine sinnvolle Idee, denn japanische Burganlagen - so auch diese - sind meistens recht groß.

Eingang Ninomaru Goten

Wir folgten der Route vom Eingang, vorbei an einer Galerie zum 400. Jubiläum der Burg, die leider geschlossen hatte, zum ersten großen Gebäude: dem Ninomaru Palace 二の丸御殿. In diesen konnte man hineingehen und sich die alten Burgzimmer und die beeindruckenden Gemälde an den Wänden ansehen.

Ninomaru Goten Ninomaru Goten von hinten

Gegenüber vom Ninomaru Goten befindet sich das Karamon 唐門, das der eigentliche Eingang zur Burganlage ist. Aufgrund von Renovierungsarbeiten mussten wir allerdings den Hintereingang nehmen.

Karamon

An zwei großen Glocken, die am Wegesrand standen, vorbei, folgten wir dem Weg in den Ninomaru Garden.

Glocken Ninomaru Garden keine Ahnung, was, aber faszinierend :'D

Anschließend überquerten wir den inneren Wassergraben der Burganlage über eine Brücke und gelangten so zum Honmaru Palace 本丸御殿.

auf dem Weg zum Honmaru Goten  Honmaru Goten Honmaru Goten

Am Honmaru Palace konnte man zu einer Aussichtsplattform hochgehen, von der aus man die nähere Umgebung überblicken und die Aussicht genießen konnte.

Aussicht Wassergraben

Von dort entdeckten wir auch schon unser nächstes Ziel: Kirschblüten!

Kirschblüten! Kirschblüten!

Damit hatten wir dann die ganze Burganlage besichtigt und machten uns auf den Weg zum Souvenirshop und zurück zur Unterkunft, wobei wir an einer weiteren kleinen Gartenanlage vorbeigingen.

kleiner Garten

Zurück in der Unterkunft gab es erstmal Mittagessen und dann ging es auch schon weiter zu unserem zweiten Ziel heute: dem Kiyomizu-dera 清水寺, der eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Kyotos ist. Wie ich später beim Durchschauen meiner alten Fotos bemerkte, hatte ich diesen bereits bei meinem Schüleraustausch besichtigt, was wohl erklärte, dass er mir relativ bekannt vorkam...

Weg zum Kiyomizu-dera

Wir fuhren mit dem Bus zu einer Haltestelle in der Nähe des Tempels und gingen von dort aus zu Fuß eine traditionelle Einkaufsstraße den Berg hinauf entlang, an deren Ende uns der Eingang zum Tempel, das Niomon 仁王門, in seinem strahlenden Rot erwartete.

  der Eingang zum Kiyomizu-dera Aussicht nach unten

Hinter dem Niomon erwarteten uns weitere Treppen, die uns am Glockenturm vorbei zur Pagode des Tempels brachten. Neben dieser befand sich eine weitere Tempelhalle und viele kleine Gebäude. Da wir schon recht weit oben waren, hatte man eine unglaubliche Aussicht - aber mehr dazu später.

Glockenturm Pagode *o**o*

Gegen eine kleine Gebühr konnte man das weitere Gelände des Tempels besichtigen, was wir - überwältigt von unseren bisherigen Eindrücken bisher - natürlich nutzten. Kurz darauf entdeckten wir einen Schrein, den Jishu-jinja 地主神社.

Jishu-jinja Jishu-jinja Jishu-jinja

Nach unserem Abstecher in den Schrein setzten wir unseren Weg fort. Umgeben von Natur hatten wir eine traumhafte Aussicht auf die Pagode des Kiyomizu-dera und Kyoto.

Aussicht auf Pagode & Kyoto Natur hinter uns

Am Ende des Weges befand sich eine weitere Pagode, von der aus man den Rest des Tempels, der ihr genau gegenüber lag, überblicken konnte.

andere Pagode Blick zum Kiyomizu-dera

Von dort aus machten wir uns auf den Weg nach unten.

Blumen :D Gartenanlage

Dann ging es zurück zur Unterkunft. :)

Kenkun-jinja & Mibu-dera

Montag, 13.03.2017

Was macht man am besten in Kyoto? Na klar, Schreine und Tempel besichtigen!

Los ging es mit dem Kenkun-jinja 健君神社 im Norden Kyotos. Eigentlich hatten wir diesen ausgewählt, weil er zu einer Touken Ranbu Rally gehörte, zu der an verschiedenen Schreinen und Tempeln in Kyoto Figuren aus dem Spiel aufgestellt waren und die eigentlich bis heute gehen sollte. Leider war heute wohl der Abbau-Tag und wir zu spät.

Den ganzen Weg von der Bushaltestelle bis zum Schrein selbst waren wir von roten Zäunen und Natur umgeben. Der Schrein selbst war relativ schlicht, aber auch sehr schön. Weil er etwas höher auf einem Berg lag, hatte man von oben aus eine schöne Aussicht auf Kyoto.

Weg zum Schrein Laternen :D Kenkun-jinja Kenkun-jinja

Nachdem wir den Schrein ausgiebig besichtigt hatten, folgten wir dem Weg noch etwas weiter, hinter das Schreingelände. Erst führte uns der Pfad durch ein Wäldchen, dann kamen wir auf einer Aussichtsplattform an. Von dort aus gingen wir weiter nach unten, an einer Open-Air-Theaterbühne vorbei, bis wir irgendwann wieder an unserem Ausgangspunkt angekommen waren.

hinter dem Kenkun-jina Aussichtsplattform :D Fabi & Buddha beim Meditieren

Mit einem kleinen Umweg über ein Restaurant zum Mittagessen ging es weiter zu unserem zweiten Tagesziel: der Mibu-dera 壬生寺, der sich in der Nähe unserer Unterkunft befand und den wir eigentlich bereits gestern anschauen wollten - leider standen wir dort abends vor verschlossenen Türen... 

Mibu-dera Torii im Mibu-dera Eingang zum Garten des Schreins Mibu-dera

In der Tempelanlage gab es, zusätzlich zu den normalen Tempelgebäuden wie der Haupthalle und dem Glockenturm, einen kleinen Garten, den man gegen Gebühr besichtigen konnte. Ich hatte allerdings irgendwie in diesem Moment keine Lust darauf und begnügte mich mit dem Rest.

Eigentlich wollten wir danach noch die Burg Nijo besichtigen, aber diese hatte nur noch eine halbe Stunde offen, was uns dann doch etwas zu knapp vorkam, weshalb wir das auf morgen verschoben.

Mit dem Shinkansen nach Kyoto!

Sonntag, 12.03.2017

SHINKANSEN <3 Shinkansen Ticket

Vormittags fuhren wir mit dem Shinkansen von Tokyo nach Kyoto. Eine Strecke von etwa 500km, für die der Zug gerade einmal 2,5h braucht! Aus dem Fenster konnten wir beobachten, wie sich die Umgebung langsam von der Großstadt Tokyos in eine eher ländliche Gegend verwandelt, einen etwas vernebelten Berg Fuji, den wir schon gespannt erwartet hatten (ich sogar mit Hilfe von Google Maps und Standortbestimmung, was sehr faszinierend war, denn man konnte dem GPS-Punkt richtig beim Fahren zuschauen, obwohl ich nur so weit hereingezoomt hatte, dass der Fuji auf der Karte eingezeichnet war), mit Nagoya dann wieder eine größere Stadt, dann wieder etwas Land, bis wir mit Kyoto die nächste große Stadt erreicht hatten.

Tokyo vernebelter Fuji Felder :O Kyoto Station

In Kyoto jagten wir uns erstmal etwas zu Essen - ein Running Sushi in einem Einkaufszentrum in der Nähe des Bahnhofs kam uns da gerade recht. Mit drei Koffern und vier Rucksäcken, die etwas dumm im Weg rumstanden, setzen wir uns an den Tisch und machten uns ans Essen - lecker :D Danach ging es weiter zu unserer Unterkunft in der Nähe der Burg Nijo, zum Glück nur ein paar Stationen vom Bahnhof Kyoto entfernt. Unsere Unterkunft war ein relativ großes Zimmer mit zwei Stockbetten, einer Sitzecke mit Tisch, einem großen Manga-Regal (denn das Zimmer nannte sich relativ passend Manga Room), einem Bad und einer Küche im Gang. Zu viert etwas eng, aber eigentlich sehr schön.

Burg Nijo unser ZimmerSitzeckeMangaregal mit Fernseher

Unsere Kerle hatten keine Lust, noch etwas zu unternehmen, denn sie fanden es viel zu gemütlich in dem kleinen Zimmer, weshalb Carina und ich abends alleine loszogen. Unser Ziel: Gion, ein relativ traditionelles Stadtviertel Kyotos, das vor allem dafür bekannt ist, dass man dort auch heute noch hin und wieder eine echte Geisha (Unterhaltungskünstlerin) zur Arbeit laufen sehen kann.

So viel Glück hatten wir allerdings nicht (was eher daran lag, dass wir dafür in der falschen Straße waren), stattdessen machten wir die Teramachi Street, eine Einkaufsstraße, unsicher. In dieser gibt es nicht nur unendlich viele Läden, in denen man zum Beispiel Haarnadeln, Räucherstäbchen, Fächer, spezielle Süßigkeiten aus Kyoto (Yatsuhashi 八つ橋, roh in Form von labbrigen Dreiecken in diversen Geschmacksrichtungen mit verschiedenen Füllungen, gekocht in Form von Ziegelsteinen mit Zimtgeschmack) und vieles anderes kaufen kann, sondern auch eine ganze Menge Tempel. Was machen Tempel in einer Einkaufsstraße? Naja, Teramachi 寺町 ist wörtlich einfach die "Tempelstadt", weshalb da wohl eher Läden in der Tempelstraße stehen als andersherum. In Kyoto haben viele Tempel und Schreine allerdings nur begrenzt geöffnet (die meisten schließen zu unserer eher gerinen Begeisterung bereits um 17 Uhr), weshalb wir hauptsächlich von außen hineinschauen konnten.

Teramachi Teramachi Rin <3

Weil wir schon wieder Hunger hatten, gingen wir zum Abschluss des Tages noch zusammen Omuraisu オムライス essen. Omuraisu ist nichts anderes als Omelett gefüllt mit Reis, einfach, aber lecker.

Omuraisu überbacken Nijo bei Nacht

Tokyo mit Fabi! :D

Samstag, 11.03.2017

07. März

Ein Ausflug zum Flughafen Haneda, das war mal wieder was ganz anderes! Morgens verließ ich das Haus und machte mich auf den Weg, Fabi abzuholen, dessen Flug ich bereits eine Weile online ganz gespannt verfolgte. Wie auch schon bei meiner eigenen Ankunft regnete es - juhuu. Bewaffnet mit Regenschirm ging ich zur Metro, stieg dann in Yurakucho auf die JR Yamanote Linie um, mit der ich bis Hamamatsucho fuhr, wo ich dann auf die Tokyo Monorail umstieg, die mich direkt zum International Terminal des Flughafens brachte. Ich machte mich auf den Weg in die Ankunftshalle - da kamen Erinnerungen hoch, immerhin hatten wir dort eine ganze Nacht verbracht - und wartete darauf, dass mein Freund endlich aus der Sicherheitskontrolle herauskam. Bis dahin allerdings waren mir schon einige Deutsche (kein Wunder bei einem Direktflug aus München) und die Lufthansa Stewardessen über den Weg gelaufen, aber Fabi ließ sich gut Zeit. Nachdem ich bisher bei jedem blonden Typen, der aus der Kontrolle kam, meinen Freund erwartet hatte, war er dann endlich da :D

Ausblick aus dem Monorail ~

Endlich wieder vereint machten wir uns auf den Weg zu mir. An einem Ticketschalter am Flughafen konnte man einen Pasmo kaufen, sodass man sich das lästige Einzelfahrt-Tickets kaufen ersparen konnte, was ich dann gleich mal für ihn machte. Nachdem wir dafür bereits direkt neben dem Eingang zur Keikyu-Linie standen, mit der wir ebenfalls nach Hause fahren konnten, nahmen wir diese statt dem Monorail - eine nicht so kluge Idee, denn wir hatten irgendeinen komischen Zug erwischt, der nach ein paar Stationen wieder so mehr oder weniger umdrehte und mich ziemlich verwirrte. Zu meiner großen Begeisterung stiegen wir dann etwas später in Yokohama auf die Tokyu-Toyoko-Linie um, die ab Shibuya als Fukutoshin Linie direkt nach Heiwadai fahren wollte. Aber damn, das war ein ganz schöner Umweg, so ganz aus Tokyo raus! Aber egal.

Nach einer gefühlten halben Ewigkeit kamen wir bei mir an, wo ich meinen Koffer auspackte, in dem mich unter anderem ein paar alte und neue Klamotten, deutsche Süßigkeiten (RITTER SPORT :D) und BREZEN (oder zumindest etwas, das mal Tiefkühlbrezen waren) erwarteten. Meine Brezen waren waren im Grunde eher ein Brezenteig aus zehn zusammengewachsenen Brezen, den ich mir erstmal in kleiner Stücke zerlegen und wieder irgendwie formen musste. Die Brezenteile waren allerdings trotzdem lecker :D Dazu bestellte ich noch Sushi - hauptsächlich Lachs ohne Wasabi für Fabi - als Abendessen.

Brezenteil

Nachdem wir uns bei mir noch etwas entspannt hatten, packten wir ein paar Sachen in unsere Rucksäcke und fuhren zu unserer Unterkunft in Wakoshi. Dazu fuhren wir zwei Stationen Metro und dann einige Stationen Bus, denn die Unterkunft war zu Fuß etwa 30 Minuten vom Bahnhof entfernt und mit den ganzen Sachen wollten wir uns das nicht antun. Eigentlich hatte unser Gastgeber geschrieben, dass er uns an der Bushaltestelle abholen würde, hatte dies aber irgendwie verpeilt, weshalb wir uns selbst auf den Weg dorthin machten und ich prompt die Nachbarin rausklingelte, da die aus irgendeinen Grund (vielleicht dem, dass japanische Adressen komisch sind?) die selbe Adresse hatte :'D Die schickte uns dann direkt nach nebenan, wo wir von unserem Gastgeber Fumito begrüßt und in unser Zimmer gebracht wurden. Unser Zimmer war im Erdgeschoss und typisch japanisch eingerichtet, das heißt: Tatami-Boden (Tatami sind Reisstrohmatten), ein kleiner Tisch und Futon-Betten, die wir uns erstmal auslegen mussten.

unser Zimmer :) unser Zimmer :) unser Zimmer :) Schrank mit Bettzeug der Hund im Haus :3

Am Abend trafen wir uns in Ikebukuro mit Carina & Kuro, einem Freund von ihr, der ebenfalls heute in Japan angekommen war, und Vincent, einem unserer Kommilitonen aus München, der eigentlich in Hokkaido (Nordjapan) studierte, gerade für ein paar Tage in Tokyo war und ebenfalls einen Kumpel mitgebracht hatte, zum Karaoke. Während wir dort mehr oder weniger gut vor uns hin gröhlten, schlief Fabi irgendwann total übermüdet in der Ecke des Raumes ein - wie auch immer das ging, bei dem Lärm! Etwa um Mitternacht machten wir uns dann auf den Heimweg, um den letzten Bus noch zu erwischen.

 

08. März

Unser erster Sightseeing-Ausflug ging nach Shibuya, an den Meiji-jingu, den ich nun bereits zum dritten Mal besuchte. Wir schlurften durch die Parkanlage, gingen durch das Schreingelände, wo wir feststellten, dass die Haupthalle des Schreins gerade renoviert wurde, und machten uns dann auch schon wieder auf den Rückweg. Beim dritten Besuch ist der Schrein relativ langweilig und Fabi schien immer noch erschöpft vom langen Hinflug.

Meiji-jingu

 

09. März

Weil in unserer Eishalle im Moment ein kleines Yuri on Ice Event stattfand, ging es heute zum Eisskaten. Während Carina und ich uns mal wieder saublöd anstellten, packte Fabi seine Sportlerskills aus und zog uns ordentlich ab - aber das war ja zu erwarten.

Welcome ~ :D

Meine Schuhe konnten mich diesmal besonders schlecht leiden, weshalb ich relativ bald vor lauter Blasen kaum noch laufen konnte, meine Schuhe zurückgab und mit Carina, die schon wieder mit Krämpfen in den Füßen zu kämpfen hatte, in Turnschuhen das Event erkundete. Zusammen ließen wir uns neben Yuri, der gerade einen Wettkampf gewonnen hatte, und seinem Trainer Victor fotografieren. Direkt daneben konnten wir den beiden, Victors Hund Makkachin sowie Yurio, Yuris Rivalen im Anime, beim Feiern Gesellschaft leisten. An einem Stand dazwischen konnte man sich über Karatsu, eine Stadt in der Präfektur Saga in Kyushu (Südjapan), die die Vorlage für Yuris Heimatstadt Hasetsu war, informieren. Leider liegt Karatsu so weit im Süden, dass ein Besuch dort im Moment vermutlich einfach zu teuer wäre...

Victor, Yuri & wir :D der Karatsu-Stand Makkachin, Yuri, Victor, Yurio & schon wieder wir :D

Nachdem sich Fabi noch ein bisschen auf dem Eis ausgetobt hatte, verließen wir die Eishalle und machten uns auf den Weg zum Bahnhof Tokyo, an dem wir die Tickets für den Shinkansen, mit dem wir am Sonntag nach Kyoto fahren wollten, kaufen wollten. Auf dem Weg dorthin machten wir einen kleinen Abstecher nach Akihabara, das direkt auf dem Weg lag, um Fabi einen kleinen Einblick in Japans verrückte Animewelt zu geben. Nachdem wir in Akihabara Kuro eingesammelt hatten, ging es nach Tokyo, wo wir zu unserer Enttäuschung feststellten, dass man die Shinkansen-Tickets wohl nur am Reisetag selbst kaufen kann. Damn.

Fabi on Ice ~ Akiba again ~

Hungrig suchten Fabi und ich anschließend ein Restaurant am Bahnhof, entdeckten aber nur ein Running Sushi, in dem man stehen musste (what the fuck?!), weshalb wir beschlossen, stattdessen in der Sunshine City in Ikebukuro essen zu gehen, denn dort kannte ich eine Sushi Restaurant. Das stellte sich zwar als relativ teuer heraus, war aber sehr lecker. Danach fuhren wir zurück in unsere Unterkunft.

Sushi :D

 

10. März

Für heute war ein Ausflug zum Gokoku-ji geplant, denn ein bisschen Tempel muss ja auch sein. Dort angekommen wurde ich von wunderschönen Kirschblüten überrascht, die die Tempelanlage noch schöner machten. Ich führte Fabi durch die Tempelanlage, klugscheißerte hin und wieder über ein paar Sachen und genoss das schöne Wetter.

Gokokuji mit Kirschblüten!

Anschließend fuhren wir wieder nach Ikebukuro in die Sunshine City, die meinem Freund gestern wohl gefallen hatte, um dort noch ein bisschen durch die Läden zu schauen und danach essen zu gehen. Dort befand sich außerdem ein Pokemon Center, in dem verschiedenstes Merchandise verkauft wurde und einige große Figuren ausgestellt waren. Und obwohl mich Pokemon schon länger nicht mehr interessierte, war es doch irgendwie ganz cool, da durchzugehen.

Pokemon Center Ikebukuro Pokemon Center Ikebukuro

Als Abendessen entschieden wir uns für ein Katsu-Restaurant (im Grunde ein Schnitzel-Restaurant), in dem Fabi etwas gefunden hatte, worauf er Lust hatte. Er bestellte ganz normales Katsu, ich entschied mich für eine Mischung aus einem frittierten Shrimp, zwei Stück mit Käse gefülltem Schnitzel und einem Stück frittierten Käse. Zu jedem Gericht gab es Miso-Suppe mit kleinen Muscheln darin, einen Berg klein geschnittenem Kohl und eine Schüssel Reis. Weil Fabi den Kohl verschmähte, tauschte ich einen Großteil von meinem Reis gegen seinen Kohl (und konnte danach erstmal keinen Kohl mehr sehen). Alles war sehr lecker, aber wieder einmal eher teuer.

Essen :P

 

11. März (Check-out und chillen)

Weil ich beim Buchen unserer Unterkünfte in Tagen anstatt in Nächten gedacht hatte, war unser Check-out aus Wakoshi heute und unser Check-in in Kyoto erst morgen, weshalb wir eine Nacht in meinem Zimmer unterkommen mussten, in dem ich eigentlich niemanden hätte übernachten lassen dürfen. Aber was solls, solange es niemand mitbekommt... :'D

  Bambuswald in Wakoshi :Orichtig coole Bushaltestelle :D

Nachdem wir vormittags mit unserem ganzen Zeug wieder zu mir gefahren waren, war uns etwas die Motivation auf Ausflüge vergangen und wir verbrachten den Rest des Tages damit, uns in meiner Wohnung zu entspannen und Fabis Koffer für Kyoto zu packen - mit seinen, meinen und Carinas Sachen, wodurch dieser ziemlich voll wurde (schon wieder eine dumme Idee!)...

 

Yushima Tenman-gu & Ueno Park

Sonntag, 05.03.2017

Wenn man an Japan denkt, denkt man vermutlich auch irgendwie an Kirschblüten (Sakura 桜), immerhin sind die Japaner ganz verrückt nach ihnen. Doch das war nicht immer so. In der Nara-Zeit (710-794) betrachteten die Japaner lieber die Pflaumenblüten (Ume 梅), die im Februar/März blühen. Durch Zufall entdeckten wir, dass ein Schrein in Tokyo, der Yushima Tenman-gu 湯島天満宮, für seine wunderschönen Pflaumenblüten bekannt war und dort sogar ein Matsuri für die Blüten abgehalten wird. Und das wollten wir uns heute anschauen.

Pflaumenblüten Pflaumenblüten

Obwohl es bewölkt war, war es heute deutlich wärmer als bisher und so holte ich statt meiner Winterjacke endlich einmal wieder meine geliebte Lederjacke aus dem Schrank. Mittags machten wir uns auf den Weg zur Metro und fuhren bis zum Bahnhof Hongo Sanchome 本郷三丁目, von wo aus wir etwa 10 Minuten zu Fuß zum Schrein gingen. An einer größeren Kreuzung stand rechts von uns, unübersehbar, ein großes Torii - wir hatten den Schrein gefunden. Wir überquerten die Straße, gingen durch das Torii hindurch und ein paar Meter weiter hinten war auch schon der Eingang zum Schrein.

Yushima Tenman-gu Torii Yushima Tenman-gu

Da dort das Ume-Matsuri stattfand, waren außer uns viele weitere Besucher da, unter ihnen auch überraschend viele Ausländer (wir glauben sogar, ein paar Fetzen Deutsch gehört zu haben). Am Rand waren verschiedenste Stände aufgebaut, an denen hauptsächlich Essen (Takoyaki, Okonomiyaki, Reiscracker, Meeresfrüchte-Spießchen, Schokobananen und vieles anderes) und Alkohol (hauptsächlich süßer Sake, der wohl zum Pflaumenblüten betrachten dazu gehörte, aber auch Bier) verkauft wurde. Außerdem gab es Stände, an denen man sich amüsieren konnte, z.B. eine Schießbude oder ein Angelspiel.

Yushima Tenman-gu Tintenfisch-Spieß :D

Rechts neben dem Eingang, durch den wir gekommen waren, war eine idyllische Gartenanlage. Relativ weit hinten in diesem Garten stand einer kleine Brücke, hinter der wohl eine Teezeremonie durchgeführt wurde. In der Mitte des Schreingeländes war eine große Fläche, auf der unzählige Pflaumenbäume standen und blühten. Aber nicht nur im Zentrum der Schreinanlage blühten Pflaumenblüten, sondern eigentlich überall dort.

Yushima Tenman-gu Yushima Tenman-gu Yushima Tenman-gu Teezeremonie

Von den Schreingebäuden konnten wir nicht sonderlich viel sehen, weil einfach zu viele Menschen dort waren bzw. diese von den Ständen verdeckt waren. Das, was wir sehen konnten, war allerdings sehr schön, weshalb wir vermutlich an einem ruhigeren Tag noch einmal dorthin fahren wollen.

Yushima Tenman-gu Yushima Tenman-gu Yushima Tenman-gu

Unser nächstes Ziel war dann der Park in Ueno, der auch nur etwa 20 Gehminuten vom Schrein entfernt ist. Der Ueno-Park ist eigentlich einer der beliebtesten Parks Tokyo in der Kirschblütenzeit, in der er vermutlich durch die unzähligen Kirschbäume dort deutlich schöner ist als heute, aber da wir gerade in der Nähe waren und noch Zeit hatten, wollten wir uns die Tempel und Schreine im Park anschauen, denn das sind gar nicht so wenige. Am südlichen Ende des Parks liegen zwei Seen, wobei sich in einem der beiden Seen eine Insel befindet, auf der uns der erste Tempel erwartete. Im anderen See konnte man Tretboot fahren, wozu sich heute einige Leute entschieden hatten, sodass in diesem viele bunte, schwanförmige Tretboote unterwegs waren. Außerdem konnten wir eine Menge Möwen, Enten,Tauben und andere Vögel sehen.

Tretboote Vögel

Wir überquerten eine Brücke, die uns zum Tempel, Shinobazunoike Bentendo 不忍池弁天堂, brachte. Etwas abgelegen auf der selben Insel war außerdem der zweite Tempel, Daikokutendo 大黒天堂.

Shinobazunoike Bentendo Daikokutendo

Verlässt man die Insel auf der anderen Seite wieder, kommt man bei Tempel Nummer 3 heraus: Kiyomizu Kannon-do 清水観音堂. Um zu diesem zu kommen, überquert man die Straße und geht dann eine Steintreppe hinauf, denn er liegt auf einem Hügel. Von oben aus kann man die traumhafte Aussicht genießen.

Kiyomizu Kannon-do Kiyomizu Kannon-do Aussicht

Wir gingen wieder hinunter und folgten dem Weg durch den Park, bis kurz darauf links von uns ein drei Schreine auftauchten. Der erste Schrein war der Gojoten-jinja 五條天神社, direkt daneben der Hanazono Inari-jinja 花園稲荷神社 und in diesem versteckt der kleine 穴稲荷.

Gojoten-jinja Hanazono Inari-jinja Hanazono Inari-jinja

Als wir den Inari-Schrein durch die vielen Toriis verließen und zum Weg zurückgingen, konnten wir schon bald eine Pagode in der Ferne sehen. Diese machten wir zu unserem nächsten Ziel. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem Glockenturm, 寛永寺時鐘堂, vorbei. Diesem gegenüberstand der Ueno Daibutsu 上野大仏, eine große Buddha-Statue. Kurz darauf begegneten uns einige Laternen, die beeindruckenste davon die Obake-Doro, die den Beinamen Monster Stone Lantern hatte.

Glockenturm Ueno Daibutsu Obake-Doro

Wir folgten einem Pfad aus Laternen, der uns zum nächsten Schrein, dem Ueno Tosho-gu 上野東照宮, brachte. Im Hintergrund konnten wir unsere Pagode schon relativ aus der Nähe sehen, allerdings war sie durch einen Zaun vom Schreingelände abgetrennt. Im Nachhinein habe ich herausgefunden, dass sie im Ueno Zoo steht, für den man eine Eintrittskarte kaufen muss und an dessen Eingang wir später auch vorbeigekommen wären. Aber im Park gab es ja noch genug anderes zu sehen. Der Schrein erinnerte mit seinen unzähligen Steinlaternen und den goldenen Ornamenten am Hauptschrein an den Nikko Tosho-gu, den bekanntesten der Tosho-gu-Schreine, war aber deutlich kleiner.

Pagode Ueno Tosho-gu Ueno Tosho-gu

Auf der Suche nach einem Klo hatten wir beschlossen, den Starbucks mitten im Park aufzusuchen, wobei wir unterwegs an einem Totem vorbeikamen, der einfach so am Wegesrand stand. Nachdem wir endlich ein Klo gefunden hatten (normalerweise stehen in Japan überall öffentliche Klos, die sogar recht sauber sind, nur wenn ich eins brauche, müssen wir natürlich länger suchen >.< ), beendeten wir unseren Ausflug mit einem 桜クリームラテ (Sakura Cream Latte), einer neuen Sondersorte im japanischen Starbucks zur diesjährigen Kirschblütensaison. Omnomnom, teuer, aber sehr lecker :D

Totem Sakura im StarbucksSakura Cream Latte:D

Im Ueno-Park befinden sich eigentlich noch einige Museum, wovon uns das Nationalmuseum, in dem wohl verschiedene Götterstatuen und anderes ausgestellt sein sollen, interessiert hätte. Da wir aber schon relativ lange unterwegs waren, keine Lust mehr hatten und sowieso, wenn die Kirschblüten blühen, noch einmal den Park besuchen wollen, haben wir das auf wann anders verschoben. :'D

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Ab Dienstag ist Fabi bei mir für drei Wochen zu Besuch, dann werden meine Einträge wohl eher aus wenig Text und vielen Fotos bestehen oder ziemlich verzögert online kommen - immerhin muss ich ihm meine verrückte kleine Welt hier zeigen! Von Sonntag bis Dienstag sind wir dann in Kyoto, damit wir von Japan auch noch was anderes als Tokyo zu sehen bekommen, worauf ich mich schon richtig freue :D

Kawagoe: Klein-Edo & Honmaru Goten

Freitag, 03.03.2017

Heute waren wir in der Stadt Kawagoe 川越 in der Präfektur Saitama 埼玉県, die wie Chiba ebenfalls an Tokyo angrenzt, unterwegs. Praktischerweise gibt es ein paar vereinzelte Züge auf der Yurakucho/Fukutoshin-Linie, die nach der eigentlichen Endstation Wakoshi als Tobu-Tojo-Linie direkt weiter bis Kawagoe fahren, weshalb unsere Anreise dorthin recht angenehm war. Nachdem wir uns auf dem Weg zum Bahnhof im Supermarkt mit Sandwiches ausgerüstet hatten, stiegen wir um kurz nach 12 Uhr in die Metro nach Kawagoe ein, die uns in 40 Minuten dorthin brachte. Auf der Fahrt konnten wir die Umgebung bestaunen, die kurz nachdem wir Tokyo verlassen hatten, schon deutlich ländlicher aussah - es gab sogar größere Wiesen und Felder, die wir aus dem Zug sehen konnten!

Bahnhof Kawagoe

Um etwa 13 Uhr stiegen wir am Bahnhof Kawagoe aus und verließen diesen Richtung Toki no Kane 時の鐘 ("die Glocke der Zeit"), einem Glockenturm, der zu Koedo Kawagoe 小江戸川越 ("Klein-Edo Kawagoe") gehört und eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt ist - am Bahnhof stand sogar eine Miniatur des Turms, die mit Eki no Kane 驛の鐘 ("die Glocke des Bahnhofs") bezeichnet war. Toki no Kane war zwar nicht unser eigentliches Ziel, war aber bereits am Bahnhof ausgeschildert und lag in der selben Richtung wie die Burg Kawagoe, die wir uns zuerst anschauen wollten. Diese ist einen Fußweg von etwa einer halben Stunde vom Bahnhof entfernt, wobei wir auf dem Weg an unzähligen Schreinen, Tempeln und Parks vorbei kamen, weshalb wir deutlich länger brauchten.

Eki no Kane Shinto-Schrein

Das erste Mal hielten wir am Schrein Kawagoe Hachiman-gu 川越八幡宮, der uns mit einem großen Torii und einer Reihe an Laternen am rechten Straßenrand auffiel und uns wie magisch hineinzog. An Kirschblüten und Laternen vorbei gingen wir den kleinen Weg entlang, der uns von der Straße zum Schrein führte, wo wir einen Blick auf den Hauptschrein, ein paar weitere Toriis, einen riesigen Baum, um den ein Shimenawa 注連縄 (ein geschlagenes Tau aus Reisstroh, das die Anwesenheit eines kami 神, eines Gottes, symbolisiert und öfter auch an Toriis hängt) gebunden war, einen Stand, an dem Ema 絵馬 (wörtl. "Pferdebild", Holztäfelchen, auf die man Bitten an die Götter schreiben kann) aufgehängt waren und Dekoration, die speziell zum heute stattfindenden Hina-Matsuri ひな祭り (das Mädchenfest; ein Feiertag, an dem Familien mit Töchtern Puppen aufstellen, die in traditionelle Kimonos gekleidet sind und Hofdamen darstellen) aufgestellt worden war. Außerdem war im Schrein ein kleiner zweiter Schrein versteckt, der Minbuinari-jinja 民部稲荷神社, der wie alle Inari-Schreine mit Fuchsstatuen geschmückt war, denn Inari ist unter anderem der Gott der Füchse.

Kawagoe Hachiman-gu Kirschblüten :D Kawagoe Hachiman-gu Hina-Matsuri Minbuinari-jinja

Als nächstes betraten wir einen Park, in dem ein Tempel und mehrere Schreine standen. Wir gingen durch das Zujin-mon 随身門 ("Begleiter-Tor"), machten eine kurze Essens-Pause auf einer Bank, die zu einer Art Biergarten zu gehören schien, und schauten uns dann den ersten Schrein im Park an. Der Senba-Tosho-gu 仙波東照宮 stand auf einem Hügel, auf den man an zwei Seiten über lange Steintreppen hinaufgehen konnte. Leider konnten wir das Schreingelände nicht betreten, da dieses durch ein Tor verschlossen war, sodass wir nur von außen hineinschauen konnten. Die Aussicht, die wir von dort oben genießen konnten, war es allerdings wert, dass wir den Hügel hinaufgegangen waren.

Zujin-mon Senba-tosho-gu Senba-tosho-gu tolle Aussicht *o* Senba-tosho-gu

Ein paar Meter später entdeckten wir zu unserer Rechten einen kleinen Teich, in dessen Mitte auf einer Insel ein weiterer kleiner Schrein mit dem Namen Itsukushima-jinja 厳島神社 stand. Über eine relativ steile Brücke konnte man diesen aus der Nähe betrachten. In den Teich führte außerdem ein kleiner Wasserfall. Weiterhin gab es einen kleinen Steg, dessen Bedeutung sich mir nicht wirklich erschließt, da der Steg nur etwa einen Meter Abstand von der Insel hatte, die man ja schließlich über die Brücke erreichen konnte. Aber vermutlich hat er irgendeine religiöse Bedeutung...

Itsukushima-jinja Wasserfall

Als wir den kleinen Teich verließen, erwartete uns auch schon der erste Tempel, der Kita-in 喜多院, der eine weitere wichtige Sehenswürdigkeit von Klein-Edo ist. Wenn man den Tempel aus dieser Richtung betritt, fällt einem zuerst das Shoromon 鐘楼門 ("Glockenturm-Tor") auf, das am rechten Wegesrand steht und bereits vom Teich aus sichtbar ist. Auf der anderen Seite steht auf einem Hügel die Jigen-do 慈眼堂 ("Halle des barmherzigen Blicks"), vor der eine Familie gerade Fotos in Festtagskleidung machte. Wir gingen auf der anderen Seite der Halle wieder herunter, wobei wir von der Treppe aus bereits die Haupthalle des Tempels, die relativ unspektakulär aussah, eine Pagode und ein paar weitere kleine Gebäude sehen konnten. Links neben der Haupthalle befand sich eine Gartenanlage, an deren Anfang wir ein paar Kirschblüten entdeckten. Dann bewunderten wir die Pagode von allen Seiten und gingen weiter zum Souvenirstand. Nachdem wir diesen um ein paar hundert Yen reicher gemacht hatten, verließen wir das Tempelgelände auf dem Weg zu den nächsten beiden Schreinen.

Shoromon Jigen-do Kita-in Haupthalle Kita-in Gartenanlage Kita-in Pagode

Dabei handelte es sich um den Hakusangongen 白山権現, der direkt vor Haupteingang zum Tempel, dem San-mon 山門, neben der Statue eines Mönches stand. Er bestand aus einem kleinen Torii, hinter dem in einem kleinen Häuschen die Gottheit eingeschreint war. Der andere Schrein, der Hie-jinja 日枝神社, lag auf der anderen Straßenseite und schien nicht viel mehr zu bieten als das, was wir bereits durch einen Blick durch das Torii entdecken konnten. Nachdem wir doch schon einige Schreine gesehen hatten, gingen wir relativ schnell weiter zur Burg.

San-mon Hakusangongen Hie-jinja

Ein paar hundert Meter weiter entdeckten wir am Straßenrand einen weiteren kleinen Schrein, den Myojo-sha 明星社, der von japanischen Zedern umgeben ist. Wieder etwas später stießen wir auf einen Spielplatz rechts von uns, in dem ein paar Laternen standen, die eigentlich typisch für Shinto-Schreine waren. Den dazugehörigen Schrein Ukishimainari-jinja 浮嶋稲荷神社 entdeckten wir dann kurz darauf. Als wir uns Richtung Spielplatz umdrehten, konnten wir neben diesem auch das Torii, das den Eingang zum Schrein markierte, sehen. Am Schrein selbst fanden wir wieder die für Inari-Schreine typischen Fuchsstatuen. Kurz bevor wir an der Burg ankamen, sahen wir in einem Garten einen weiteren kleinen, vermutlich privaten Schrein, den wir allerdings nur von außen sehen konnten.

Myojo-sha Ukishimainari-jinja Privatschrein

Dann waren wir endlich, nach etwas mehr als eineinhalb Stunden Fußweg am Kawagoe-jo 川越城 ("Burg Kawagoe") Honmaru Goten 本丸御殿 ("Residenz der Schlossherren") angekommen. Am Eingang mussten wir unsere Schuhe ausziehen, die wir eigentlich in Plastiktüten packen und mitnehmen sollten. Wir stellten sie stattdessen vor dem Eingang zu einigen weiteren Schuhen, die ein paar Japaner vor uns dort abgestellt hatten, denn kein Mensch klaut Turnschuhe und in Japan schon gleich gar nicht. Der Eintritt in die Burg kostete 100 Yen und war meiner Meinung nach spottbillig. Die Gänge hatten Holzboden, die Zimmer waren mit Tatami 畳 (Matten aus Reisstroh) ausgelegt. In einem Raum waren unter anderem die ausgetauschten Endziegel des südlichen Dachfirsts sowie das ursprüngliche Fundament des Daches ausgestellt. Unsere Route durch die Burg führte uns weiter durch einen Tatami-Raum, in dem eine Zeittafel zur Geschichte des Bauwerks und eine Übersicht über Burgen in Japan aufgehängt waren, eine überdachte Terrasse mit Blick auf die Gartenanlage entlang zu weiteren Tatami-Räumen, einem Plumpsklo etwas abseits, zum letzten Tatami-Raum, in dem wir drei Feldherren bei ihrer Strategiebesprechung zuschauen konnten. Von dort aus gingen wir zurück in den Gang, aus dem wir gekommen waren, und bogen dort in die andere Richtung ab. Dann kamen wir durch einen Raum, auf dem eine Karte abgebildet war, die die gesamte ursprüngliche Burganlage zeigte, zum letzten Raum, in dem wir die Wandmalerei an den Schiebetüren und zwei ausgestellte Samurai-Rüstungen und einen riesigen Wedel (keine Ahnung, was das genau war, aber das haben sich die Japaner hinter uns auch gefragt) betrachten konnten, bevor wir die Burg verließen und unsere Schuhe, die brav auf uns gewartet hatten, wieder einsammelten.

Burg Kawagoe Honmaru Goten Endziegel des südlichen DachfirstsBurg Kawagoe  Burg KawagoeBurg KawagoeBurg KawagoeFeldherren auf TatamiWandmalereiSamurai-Rüstungkomischer Wedel

Gegenüber der Burg war ein riesiges Baseballfeld, an dessen Rand Schreinlaternen standen – was auch immer die da machten außer toll aussehen. Nachdem wir kurz das Feld von außen betrachtet hatten, traten wir den Rückweg an. Allerdings gingen wir nicht auf dem selben Weg zurück, sondern machten den Umweg über Toki no Kane. Direkt neben dem Baseballfeld befand sich übrigens ein weiterer Schrein, der Miyoshino-jinja 三芳野神社. Dieser wird allerdings gerade renoviert, weshalb der Hauptschrein in Baustellenfolie eingewickelt und nicht sichtbar war. Man konnte dort aber trotzdem beten, den vor der Baustelle stand eine provisorische Opferkiste aus Metall. Etwas enttäuscht verließen wir den Schrein durch das Torii am Eingang. Direkt hinter dem Schrein befand sich allerdings ein kleiner Bambuswald, der uns wieder aufheiterte.

Baseballfeld Miyoshino-jinja Bambuswald

Mit Google Maps bewaffnet gingen wir, an einer Grundschule, neben der gerade eine Schulklasse mit ihrem Lehrer unterwegs war, vorbei, zu Toki no Kane. Auf dem Weg sahen wir einige Japaner in Kimono, wobei auch einige Mädchen im Hakama unterwegs waren. Diese kamen vermutlich gerade von ihrer Abschlussfeier, denn Hakama wird von Frauen hauptsächlich zum Abschluss getragen. An einer Kreuzung konnten wir eine Art Marktstraße und den dort stehenden Glockenturm sehen. Einer der Stände dort verkaufte Softeis in den Sorten Sahne, violette Kartoffel und eine Mischung aus beiden. Ich entschied mich für die gemischte Sorte, die sehr lecker schmeckte, wusste damals allerdings nicht, dass es sich bei dem violetten Zeug um Kartoffeln handelte. Eine Japanerin in Hakama hatte sich dort ebenfalls ein Eis geholt und fragte uns kurz darauf, ob sie ein Foto mit uns machen dürfte – warum auch immer, denn im Gegensatz zu ihr sahen wir relativ unspektakulär aus, aber Europäer sind wohl Mangelware in Kawagoe. Kurz darauf standen wir direkt vor Toki no Kane, der allerdings einfach wie ein normaler Glockenturm auf einem Marktplatz aussah und meiner Meinung nach eher unspektakulär war. Spektakulärer waren allerdings die alten Gebäude in der Einkaufsstraße, die den Turm umgibt. Außerdem gibt es dort viele Läden, die traditionelle Süßigkeiten aus Kawagoe verkaufen. Die Stadt ist übrigens für seine Süßkartoffeln bekannt, weshalb in vielen Süßigkeiten Kartoffeln enthalten sind. In einem Süßigkeitenladen kauften wir eine Spezialität des Ortes, die sich Nama-Kintsuba 生きんつば nannte und die es in rot (Kirschblüten), gelb (Mandarine) und grün (Grüner Tee) gab. Diese Süßigkeit besteht aus einer Creme, die in einen Süßkartoffelmantel gehüllt ist und schmeckt sehr lecker.

:DToki no Kane Nama-Kintsuba (oben)

Da es langsam kalt wurde, machten wir uns auf den Rückweg zum Bahnhof Kawagoeshi, der eine Station auf der selben Linie hinter dem Bahnhof Kawagoe liegt, wo wir heute Mittag ausgestiegen sind. Auf dem Weg entdeckten wir ein paar weitere Tempel und Schreine, die wir allerdings nicht näher besichtigten, sondern nur von der Straße aus einen Blick hinein warfen. Dann waren wir auch schon am Bahnhof, stiegen in einen Semi-Express-Zug ein, mit dem wir bis Wakoshi fuhren, wo wir auf die Metro umstiegen und nach Hause fuhren.

Klein-Edo Kawagoe Rückweg

Cafe mit Tomomi :3

Sonntag, 26.02.2017

Nach einigen Fehlversuchen schafften wir es heute endlich einmal, uns mit Tomomi, die ich Anfang Januar bei meiner Arbeit im Tenso-jinja kennengelernt hatte, in einem Cafe in Tokiwadai zu treffen. Wir wollten uns am Südausgang des Bahnhofs Tokiwadai um halb 2 mit ihr treffen. Carina und ich waren ein paar Minuten zu früh dran und stellten uns gegenüber an die Straße, wo wir kurz darauf von unserer quirligen Japanerin, die uns bereits winkend entgegen gelaufen kam, begrüßt wurden. Überhaupt nicht typisch japanisch überfiel sie uns freudestrahlend mit einer stürmischen Umarmung und wir machten uns auf zum Cafe.

:) Cafe

Das Cafe war nur ein paar Minuten vom Bahnhof entfernt und sah richtig niedlich aus. Es war relativ klein, aber die Kuchen dort sahen alle sehr lecker aus. Wir bestellten einen Apfelsaft für Tomomi, einen Käsekuchen für Carina und einen Obstkuchen für mich. Mit Kuchen und Saft bewaffnet kamen wir dann ins Gespräch - erstmal nur auf Japanisch, obwohl Tomomi eigentlich ihre Englischkenntnisse verbessern wollte. Wir redeten relativ entspannt über alles mögliche, über Deutschland, München, Studium und vieles andere. Nachdem wir uns fürs erste genug gegenseitig ausgequetscht hatten, fingen wir an, Tomomi mit Englisch zu helfen, was sich eher nach "jemanden unterrichten" anfühlte, aber für uns ziemlich entspannt war, denn Englisch konnten wir einfach sicherer als Japanisch. Tomomi hingegen tat sich sichtlich schwer. Englischunterricht in Japan ist nicht wirklich optimal, denn die Schüler lernen nur Englisch lesen und durch Hören verstehen zu können, nicht aber wirklich sprechen zu können. Deshalb war Tomomi auch sehr unsicher und drückte sich vor einer richtigen Konversation auf Englisch, weshalb sie uns nach den englischen Formulierungen für verschiedene Gesprächsthemen, z.B. Geburtstag, Hobbys, Arbeit und andere fragte. Nach gut drei Stunden verließen wir das Cafe dann wieder, verabschiedeten uns und Carina und ich fuhren weiter nach Ikebukuro, wo wir noch ein paar Dinge erledigen wollten.

Kuchen <3 :D

Hauptziel in Ikebukuro war eine neue SIM-Karte, die im Gegensatz zu unserer aktuellen SIM-Karte nicht nur zeitbegrenzt gültig war. Wir hatten uns bereits online informiert und eine Internet-SIM-Karte entdeckt, die eine Startgebühr von etwa 25€ kostete, monatlich ca. 10€ für 3GB Internet verlangte und jederzeit kündbar war. Danach gingen wir in einem chinesischen Restaurant Abendessen und wollten anschließend noch zum Karaoke, woraus allerdings nichts wurde, denn da war zu viel los, sodass wir mindestens 30min auf einen Raum hätten warten müssen, was wir dann auch nicht wollten.

Omnomnom geile Nudeln und Mangosaft :D

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Und sonst so? Ich hab mir Anfang des Jahres aus einer Laune heraus einen Skizzenblock gekauft, der bis jetzt in meinem Schreibtisch verstauben durfte... Bis ich dann, inspiriert davon, dass ich Carina im Moment häufig beim Zeichnen zuschaue, einen Bleistift, einen Radiergummi und den Block mit zu ihr genommen habe und angefangen habe, ein Torii zu skizzieren. Eigentlich hatte ich die Idee, das Torii meines in diesem Moment selbst erfundenen Sushi-taisha 寿司大社 ("Sushi Hauptschrein"), der in einem Meer voller Sushi stehen sollte, zu zeichnen. Nur gefiel mir mein Bild dann so gut, dass ich es nicht damit vermasseln wollte, schwimmendes Sushi zu zeichnen...

:D

Chiba: Burg Otaki & Tempel Narita-san

Dienstag, 21.02.2017

Heute waren wir etwas länger unterwegs als sonst, denn diesmal ging es in die Präfektur Chiba, die im Osten an Tokyo angrenzt. Um 11 setzen wir uns in die Metro Yurakucho-Linie, fuhren etwa 20min bis zur Haltestelle Iidabashi, wo wir in die JR Chuo-Sobu-Linie umstiegen. Im Gegensatz zur Metro, für die wir ein Dauerticket hatten, auf das man Geld einzahlen konnte, das dann je nachdem, wie weit man fuhr, davon abgezogen wurde, mussten wir für die JR Linien extra Tickets kaufen - 面倒臭い ("mendoukusai", lästig / nervig). Sowas unpraktisches, denn dafür mussten wir natürlich im Voraus unsere Zielstation auf dem Plan finden und herausfinden, wie viel unsere Fahrt dorthin kostete - die Zugtickets (außer für den Schnellzug Shinkansen) sind nämlich durch ihre Preise gekennzeichnet, nicht dadurch, an welcher Haltestelle man aussteigen muss.

JR-Ticket nach Chiba

Mit einem 720Yen-Ticket passierten wir die 改札口 ("kaisatsuguchi", eine Bahnsteigsperre, durch die man sein Ticket schieben muss, um zum Gleis zu kommen; deshalb gibt es in normalen Zügen in Japan auch keine Kontrolleure, denn die braucht man somit nicht - wieder etwas praktisches, das es in Deutschland nicht gibt) und warteten auf den Zug nach Chiba. In diesem fuhren wir fast eine Stunde lang, mussten aber zwei Haltestellen vor dem Bahnhof Chiba aussteigen, weil unser Zug nur bis dahin fuhr. Aber der nächste Zug bis Chiba kam ein paar Minuten später und die letzten beiden Stationen gingen dann sehr schnell. Am Bahnhof Chiba stiegen wir auf den Chibatoshi-Monorail um, einen kleinen Innenstadt-Zug, mit dem wir bis Kencho-mae (県庁前, "vor der Präfekturbehörde") fuhren. Als wir den Bahnhof verließen, konnten wir unser erstes Ziel, die Burg Otaki 大多喜城, auch schon sehen, denn diese war nur noch einen 10minütigen Fußweg von uns entfernt.

Chibatoshi-Monorailerster Blick auf die Burg Otaki

Die Burg Otaki ist ein Hügelburg, die kurz vor 1600 gebaut worden war. Wie auch die Burg Edo wurde sie im Laufe der Zeit zerstört, aber ein großer Burgturm war wieder aufgebaut worden und wurde heute als Museum genutzt. Von außen sah unsere rekonstruierte Burg sehr schön burgig aus, was uns dazu motivierte, erst einmal unzählige Fotos davon zu machen. Ein etwas übermotivierter Museumsangestellter beobachtete uns dabei, war sichtlich bestürzt darüber, dass wir unsere Taschen einfach am Wegesrand abgestellt hatten (aber wer will schon Taschen auf schönen Burgfotos haben?), und rief uns zu, dass wir die Burg auch betreten könnten (jaja, weiß ich doch, aber erst Fotos, man muss schließlich Prioritäten setzen!). Ein paar Minuten später kam er dann wieder und informierte uns darüber, dass wir uns ruhig hinein trauen könnten, das Museum sei immerhin kostenlos und oben gäbe es eine Aussichtsplattform (was ich auch schon wusste). Der arme Mann hatte wohl echt Angst, dass wir beiden Ausländerinnen uns einfach so wieder verziehen könnten, ohne sein tolles Museum angeschaut zu haben... :'D

Burg Otaki Burg Otaki  Burg Otaki

Nachdem wir mit unserem Fotoshooting fertig waren, gingen wir - wie von Anfang an geplant - zur großen Begeisterung des Japaners in das Museum, wo wir beim Betreten einen Zettel ausfüllen sollten, der von uns wissen wollte, woher wir kamen - Deutschland. Wow, da verschlug es ihm gleich die Sprache, Deutsche hatte er ja noch nie da gehabt! Und wir können ja auch noch so gut Japanisch! Kurz gesagt, er war etwas überwältigt von uns. Dann schauten wir uns in Ruhe das Museum an, in dem in fünf Etagen Schriftrollen, Töpferkunst, Samurai-Rüstungen, Schwerter und anderes ausgestellt war.

Katana Samurai-Rüstung Schriftrollen

In der obersten Etage befand sich dann eine Art Aufenthaltsraum, in dem Tische und Stühle standen. Von dort aus gab es zwei Türen nach draußen auf die Aussichtsplattform, auf die wir uns etwas ängstlich wagten. So kroch ich einmal an der Wand entlang um den Turm herum, beeindruckt von der Aussicht, die (für meine Fotos leider und für meine Höhenangst zum Glück) durch ein Gitter um die Plattform rundherum etwas eingeschränkt war, und war dann doch ganz froh, wieder im Inneren des Gebäudes angekommen zu sein. Dann gingen wir zurück nach unten und verließen gerade die Burg, als uns unser Japaner hinterhergerannt kam und uns zwei Postkarten, die die Burg zeigten, zum Abschied schenkte - der hatte sich wohl wirklich sehr gefreut, dass wir von so weit her gekommen waren und uns für die Burg interessierten (sooooo süß! :3).

Aussichtsplattform Samurai Yuna :D

Mit einem Lächeln im Gesicht machten wir uns auf den Weg zurück zum Bahnhof Chiba, von wo aus wir weiter nach Narita fahren wollten. Wir waren sogar etwas schneller als wir geplant hatten, perfekt! Oder auch nicht, denn ein Zug fuhr uns direkt vor der Nase davon und der nächste wollte erst in einer halben Stunde kommen. Da es etwas kalt windig war, warteten wir nicht auf dem Gleis, sondern im Bahnhofsgebäude, bis wir 30 Minuten später in der Narita Line mit wir mit Blick auf unzählige Reisfelder eine halbe Stunde bis zum Bahnhof Narita (der nur eine Station vom Flughafen Narita entfernt ist) fuhren.

am Bahnhof Chiba gestrandet... D: Reisfelder :O

Vom Bahnhof Narita aus gingen wir einen kleinen Weg entlang (ganz nach Professor Wöhlbiers Rat "nicht immer nur die Hauptstraße entlang gehen, auch mal in die kleinen Straßen reinschauen") und orientierten uns mit Hilfe von good old Google Maps zum Tempel Narita-san. Auf der Hälfte der Strecke endete unser Weg und wir wechselten zur Parallelstraße, die kurz darauf in die Einkaufsstraße Omotesando 表参道 überging, die ein bisschen an die Nakamise Street in Asakusa erinnerte und sehr japanisch aussah. Auf beiden Straßenseiten standen zahlreiche Geschäfte, die wir auf dem Rückweg unter die Lupe nehmen wollten, da es doch schon recht spät geworden war und wir den Tempel noch im Sonnenschein besichtigen wollten. Der Eingang zu diesem tauchte kurz darauf an der linken Straßenseite auf.

nicht immer nur die Hauptstraße entlang gehen ~ Omotesando am Narita-san angekommen

Bereits beim Betreten der Tempelanlage merkten wir, dass es sich hierbei um ein sehr großes Gelände handelte - wie groß allerdings konnten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen. Wir gingen an einem kleinen Teich vorbei, in dem ein Stein stand, auf den schon viele Menschen Münzen geworfen hatten, dahinter stand das Benzaitendo 弁財天堂, ein kleines Gebäude, in dem die Glücksgöttin Benzaiten verehrt wird, und in dem man eine Glocke läuten konnte. Wir gingen durch einen Weg, an dessen beiden Seiten zahlreiche Steinlaternen standen, dann Treppen hinauf, an deren Ende uns das Niomon 仁王門, das zweite Tor (durch das erste Tor Somon 総門 waren wir nicht gekommen, da wir einen Nebeneingang genommen hatten), in dem ein riesiger roter Lampion in der Mitte und einige Strohsandalen an der Seite aufgehängt waren. Nach dem Niomon folgte eine kleine Brücke, dann eine weiter Treppen, die zum Haupttempel führte.

Benzaitendo Lampen & Niomon Lampion im Niomon Strohsandalen im Niomon Brücke & Treppen nach dem Niomon

Der Tempel Narita-san 成田さん heißt eigentlich Shinsho-ji 新勝寺 ("Tempel des neu errungenen Sieges") und ist dem Fuyu Myoo gewidmet, der als "Schützer der Lehre" gilt. Auf dem Haupttempelgelände stehen die Große Haupthalle, eine dreistöckige Pagode, ein Sutrenspeicher, ein Glockenturm und einige andere Gebäude. Mir persönlich hatten es vor allem die Pagode und der Glockenturm angetan, die in der Sonne in ihrer roten Farbe erstrahlten. Rechts hinter der Pagode, etwas abseits, befindet sich die Shotoku Taishi Halle, ein achteckiger Pavillion und das neueste Gebäude des Tempels. Shotoku Taishi 聖徳太子, "Kronprinz Shotoku", bezeichnet einen Regenten, der um 600 gelebt hat und zahlreiche Reformen eingeführt haben soll, u.a. die Einführung des Buddhismus als Staatsreligion. Er gilt außerdem als Gründer des Tempels Horyu-ji 法隆寺 ("Tempel der Lehre Buddhas") in Nara, den wir im März besichtigen wollen.

Haupthalle Pagode, Sutrenspeicher & Glockenturm Drache & Schwert Shotoku Taishi Halle um die Shotoku Taishi Halle herum*o*

Zur Tempelanlage des Narita-san gehört außerdem ein großer Park, der sich hinten an das Tempelgelände anschließt. Aus Zeitmangel sparten wir uns diesen allerdings und gingen stattdessen einmal um die hintersten Tempelgebäude herum. Als wir an der Haupthalle vorbei waren, erwarteten uns wieder Treppen, die nach weiter oben zu weiteren Tempelgebäuden führten. Wie weit sich der Tempel wohl noch erstreckt? Aus der Entfernung hatten wir ein weiteres riesiges, rotes Gebäude entdeckt, das wir natürlich anschauen mussten. Dabei handelte es sich um die Große Schatzpagode, von der aus wir die wunderbare Aussicht auf den Park genießen konnten. Die Sonne ging schon langsam unter und wir kehrten zurück zum Hauptgelände, wo wir Omamori kauften, und langsam den Rückweg antraten.

Park hinter der Haupthalle noch eine Ebene weiter oben Weg zur Schatzpagode Kukai-Statue Schatzpagode ich fühl mich so klein :O Ausblick auf den Park

Neben dem Eingangstor zum Tempel befanden sich ein paar Souvenirläden, in die wir auch noch hineinschauten. Im letzten Laden kauften wir dann ein paar Kleinigkeiten, wobei wir von der Verkäuferin, einer netten alten Japanerin, für Schwestern gehalten wurden (ob Japaner wohl denken, dass rot/lila in Europa natürliche Haarfarben sind?). Zum Dank für unseren Einkauf schenkte sie jedem von uns einen kleinen Glückfrosch, den wir im Geldbeutel aufbewahren sollten. Dann gingen wir zurück Richtung Bahnhof, wobei wir eigentlich noch entspannt durch ein paar Geschäfte schauen wollten - nur leider waren die gerade alle dabei, Feierabend zu machen. Was zur Hölle, machen die da einfach schon um 17 Uhr zu o.o Da müssen wir wohl wiederkommen und das beim nächsten Mal gleich machen!

auf dem Rückweg auf dem Rückweg Bahnhof Narita

Zurück am Bahnhof kauften wir ein JR Ticket bis Ikebukuro, fuhren von Narita bis Abiko, von Abiko bis Nippori und letztendlich mit der JR Yamanote Line, die einige große Bahnhöfe Tokyos abklappert und im Kreis fährt, von Nippori bis Ikebukuro, wo wir in die Metro nach Hause einstiegen. Als wir in Heiwadai den Bahnhof verließen, erwartete uns auf der anderen Straßenseite ein kleiner Bus, der dort als Crepe-Stand herumstand. Nach einem langen Tag hatten wir uns das schon verdient, beschlossen wir und nahmen jeweils einen Obstmix-Crepe mit Zimt mit. *o*

PaPa Crepe Bus Crepe <3

Kyogen- und Noh-Theater & Shibuya

Montag, 13.02.2017

Heute waren wir von unserer Uni zu einer Sonderaufführung im National Noh Theatre (国立能楽堂, "kokuritsunougakudou") in Sendagaya, Shibuya eingeladen. Um 13.40 Uhr trafen wir uns vor dem Haupteingang des Theaters, wo wir unsere Tickets und eine Inhaltsangabe des Stücks in die Hand gedrückt bekamen und dann gemeinsam das Theater betraten. Das Gebäude sah von außen schon eindrucksvoll aus, aber innen fühlte man sich definitiv wie ein Reicher, denn alles sah unglaublich luxuriös aus - wie man es von einem Nationaltheater erwarten konnte. Nachdem wir alle unsere Tickets vorgezeigt hatten, ging es zu unseren Sitzplätzen: wir hatten eine ganze Seitentribüne für uns allein! Und da wir höher saßen als die anderen Zuschauer, hatten wir auch eine perfekte Sicht auf die Bühne - mit Brille zumindest.

National Noh Theater von außen 

Zuerst wurde eine Begrüßungsrede gehalten, dann wurde uns etwas über die Hintergründe und die Handlung unseres Stückes erzählt. Aber was versteht man eigentlich unter Kyogen und Noh (bzw. Nohgaku 能楽, ein Sammelbegriff für beide Theaterarten)? Beide sind traditionelle japanische Aufführungskünste, die im 14. Jahrhundert entstanden sind. Das Noh-Theater (能) behandelt hauptsächlich Themen der japanischen oder chinesischen Mythologie oder Literatur (z.B. Götter, Kriegerlegenden, Liebesdramen, Wahnsinn oder Ungeheuer) und zeigt diese durch Musik und Tanz. Dabei soll eine leise Eleganz vermittelt werden. Außerdem wird es traditionell nur von Männern gespielt, wobei in der Edo-Zeit Noh-Schauspieler Samuraistatus hatten, sprich hoch angesehen waren. Im Noh-Theater werden Masken getragen, wenn Frauen, Götter oder Ungeheuer dargestellt werden. Es gibt deshalb verschiedenste Arten von Noh-Masken, die alle einen eigenen Namen tragen und verschiedene Charakterzüge zeigen. Passend zu den Masken sind natürlich auch die Kostüme, vor allem das des Hauptdarstellers, oft sehr prächtig. Kyogen (狂言) hingegen bezeichnet eine Art Komödie, die das Publikum zum Lachen bringen soll. Im Kyogen wird vieles übertrieben dargestellt, wodurch die Handlung leicht verständlich wird. Die Themen hierfür sind üblicherweise aus dem Leben des normalen Menschen in einer feudalen Gesellschaft oder aus Volkssagen gezogen. Beide Stücke werden auf der selben Bühne vorgetragen.

Noh-Bühne

Obwohl ich eigentlich im 3. Semester eine Vorlesung über japanisches Theater besucht hatte und es eigentlich zu erwarten war, traf mich doch etwas der Schlag, als das Kyogen begann und ich eigentlich kein Wort verstand (die Ansprache hingegen war kein Problem gewesen). Das lang daran, dass die Darsteller nicht normal miteinander redeten, sondern in einem Singsang sprachen, aus dem ich nicht einmal ansatzweise Wörter heraushören konnte. Unser Kyogen-Stück hieß Fumiyamadachi 文山立 und handelte wohl von zwei Banditen und einem Brief. Die beiden Banditen schienen sich ewig zu streiten, wuselten immer wieder umeinander herum, ohne die hübschen Schwerter, die sich bei sich trugen, zu ziehen und prügelten sich irgendwie. Irgendwann zog der eine von ihnen einen Brief hervor, den die beiden dann nebeneinander auf dem Boden sitzend lasen, woraufhin beide anfingen zu heulen und sich anschließend wieder vertrugen. Okay, what the fuck? Ich hab keine Ahnung, ich hab nämlich keine deutsche/englische Inhaltsangabe dazu gefunden und eine japanische war mir irgendwie zu viel Aufwand... :'D

Daraufhin folgte eine kurze Pause, in der ich zu meiner Erleichterung feststellte, dass Carina genauso wenig wie ich verstanden hatte. Dann ging es mit der Noh-Aufführung weiter. Dieses Stück hieß Kochou 胡蝶 "Schmetterling" und handelte von einem Mönch, der einen wunderschönen Pflaumenbaum (aus Plastik, den jemand zu Beginn des Stückes extra auf die Bühne getragen hatte) betrachtete, wobei ihn eine Frau (in einem wunderschönen Kimono und natürlich mit Maske) ansprach. Wie sich herausstellte, war die Frau eigentlich ein Schmetterling (um das zu verdeutlichen, bekam der Darsteller eine Art Schmetterlingskrönchen aufgesetzt), der die Pflaumenblüten aus irgendeinem Grund nicht genießen konnte, weshalb sie den Mönch bat, ein Sutra für sie zu rezitieren, sodass sie die Erleuchtung / Buddhaschaft erlangen konnte. In dieser Nacht erschien ihr Geist ihm im Traum, drückte ihre Dankbarkeit mit einem Tanz aus (was für uns eher danach aussah, als ob der Schmetterling ewig um den Baum herumrennen würde, ohne ihn zu finden) und verschwand in der Dämmerung. Die Darsteller verließen im Zeitlupentempo die Bühne.

Eindrücke? Öhm, ich vermute, dass es hilfreich gewesen wäre, eine Vorstellung parallel zu meiner Vorlesung zu besuchen, da es wohl einiges zum Verständnis beigetragen hätte. Ansonsten war ich vor allem von diesem Sprechgesang fasziniert (ich hab eigentlich nur "ooooohhhh" und "yooooooohhhh" und sowas in der Art verstanden). Der Hauptdarsteller sah schon protzig aus (allerdings wirkte seine Maske etwas zu klein für seinen Kopf), der Rest der Darsteller war in einfach Kimono mit Hakama gekleidet. Die musikalische Begleitung war angenehm anzuhören, aber inhaltlich hätte es mir wohl besser gefallen, wenn ich etwas mehr aus dem Singsang verstanden hätte, was wohl als Nicht-Muttersprachler etwas schwierig sein könnte. Alles in allem bin ich froh darüber, dass ich mir das mal anschauen konnte, es war definitiv ein Erlebnis, aber nochmal gehen würde ich vermutlich eher nicht.

:D

Danach machten Carina und ich noch einen kurzen Abstecher nach Shibuya, das nur zwei Stationen entfernt war, wo wir uns die bekannte riesige Kreuzung in Shibuya 渋谷交差点 und die Statue des treuen Hundes Hachiko ハチ公 anschauen wollten. Wir verließen den Bahnhof Shibuya über den Ausgang Nr. 8, den Hachiko-Ausgang, wodurch wir  direkt vor der Hundestatue herauskamen. Hachiko gilt in Japan als Inbegriff der Treue und bezeichnet einen Hund, der täglich seinen Besitzer nach der Arbeit vom Bahnhof Shibuya abholte. Auch nach dem Tod seines Herrchens kam der Hund weiterhin jeden Tag zum Bahnhof und wartete dort auf ihn, bis Hachiko 10 Jahre später selbst starb. Die Hachiko-Statue in Shibuya ist heute einer der bekanntesten Treffpunkte für Verabredungen.

Hachiko-Ausgang Hachiko-Statue

Direkt neben dem Platz, auf dem die Statue steht, befindet sich die Shibuya Crossing, eine Alle-Gehen-Kreuzung, auf der meiner Meinung nach viel zu viel los ist. Weil sie von unten relativ unspektakulär aussieht, setzten wir uns deshalb mit Kakao und Nussecke in einen Starbucks im ersten Stock und genossen - zusammen mit viel zu vielen anderen Menschen - die traumhafte Aussicht. :D

Shibuya Crossing :'D traumhafte Aussicht :P

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Für alle, die sich selbst ein Bild vom Noh-Theater machen wollen (während der Vorstellung durften wir leider keine Fotos machen) - unser Stück in einer anderen Aufführung:

Yasukuni-Schrein, kaiserlicher Garten & Karaoke

Mittwoch, 08.02.2017

Heute trieb es uns in den Stadtbezirk Chiyoda 千代田区, wo wir uns eigentlich die Ruine der Burg Edo 江戸城 und den Kaiserpalast 皇居 anschauen wollten. Eigentlich. Bewaffnet mit einem riesigen Zwiebelbrot オニオンブレッド (saugeiler fluffiger Teig mit Zwiebeln, Schinken und Käse überbacken) vom Bäcker aus unserem Supermarkt als Mittagessen stiegen wir in Kudanshita aus, wo wir zu unserer Überraschung feststellten, dass der Yasukuni-Schrein 靖国神社 auch direkt in der Nähe war.

Zwiebelbrot :D Blick auf den Yasukuni-Schrein

Der Yasukuni-Schrein ist ein Schrein, in dem die Kriegstoten seit der Meiji-Restauration 1868 (Erneuerung der Macht des Kaisers und Abschaffung des Shogunats in Japan sowie der Aufbau eines neues politischen Systems nach Vorbild des Westens und eine damit verbundene Umgestaltung der japanischen Gesellschaft) als kami 神 / Götter verehrt werden. Zu dem Schrein gehört ein Museum, in dem die Geschichte nicht neutral dargestellt wird und zum Beispiel der Zweite Weltkrieg als heiliger Krieg bezeichnet wird und vieles verharmlost wird. Auf unserem Schüleraustausch haben wir Schrein und Museum besucht und die Art, wie dort die Geschichte einfach verfälscht dargestellt wird, hat mich etwas verstört, weshalb ich eigentlich auf einen zweiten Besuch dort hätte verzichten können. Da er aber durchaus zu den bekannten Sehenswürdigkeiten in Tokyo gehört, machten wir einen kleinen Abstecher dorthin, damit Carina den Schrein auch einmal gesehen hat.

Torii am Yasukuni-SchreinStatuezweites Torii im Yasukuni-Schrein

Beeindruckend am Yasukuni-Schrein sind allerdings seine riesigen Toriis, an deren immense Höhe (25m!) ich mich eigentlich gar nicht mehr erinnern konnte. An einer Statue von Omura Masujiro 大村 益次郎, der als Begründer der modernen Kaiserlich Japanischen Armee gilt, vorbei gingen wir weiter durch das zweite Torii, bis wir an der Gebetshalle angekommen waren. Dort schauten wir uns etwas um, bevor wir den Schrein durch ein Torii, das zur parallel zum Schreingelände verlaufenden Hauptstraße führt, verließen und Richtung kaiserliche Gärten gingen.

Gebetshalle Schreingelände

Das erste, was wir von den kaiserlichen Gärten und dem darin liegenden Kaiserpalast und der Ruine der Burg Edo sahen, waren die Wassergräben um die Anlage herum bzw. in unserem Fall den Burggraben Chidorigafuchi 千鳥ヶ淵. Dieser soll wohl in der Kirschblütenzeit sehr schön aussehen, für uns war es heute aber einfach nur ein Haufen dreckiges Wasser. Daran gingen wir entlang, bis wir, an zwei Statuen und einem Wachturm vorbei, an einer Brücke ankamen, über die wir den Kitanomaru-Park 北の丸公園 ("Park im Nordbezirk [der Burg Edo]") betreten konnten. In diesem Park befindet sich das Nippon Budokan 日本武道館, eine bekannte Kampfsporthalle, die ursprünglich für die Judo-Wettkämpfe bei den Olympischen Spielen 1964 erbaut wurde und in der heute Wettkämpfe in verschiedenen Kampfsportarten sowie Konzerte stattfinden. Außerdem stehen im Kitanomaru-Park diverse Museen, die wir allerdings auf dem Weg zur Burgruine ziemlich ignorierten.

ChidorigafuchiTurm Eingangstor zum Kitanomaru-ParkNippon Budokan Kitanomaru-ParkKirschblüten! :D

Wir gingen durch den Park hindurch, bis wir an einer großen Straße ankamen. Diese überquerten wir auf einer Fußgängerbrücke, die über die Straße führte. Auf der anderen Seite lagen dann auch schon die östlichen Kaisergärten vor uns. Blöd war allerdings, dass es bereits 15. Uhr war und die Gärten nur bis 16 Uhr offen hatten, was wir allerdings im Voraus nicht gewusst hatten! Anders gesagt: wir hatten nur eine halbe Stunde, um uns den Garten und die Burgruine anzuschauen, da wir zu viel Zeit bei unserem Ausflug zum Yasukuni-Schrein verloren und die Größe der Parkanlage außerdem gewaltig unterschätzt hatten.

Wassergraben der Burg Edo 北桔橋門 (Eingangstor zur Burganlage) *o* 北桔橋門 von innen

Beim Betreten der östlichen Kaisergärten hatten wir ein "Ticket" bekommen, das wir bis 16 Uhr an einem der beiden Ein-/Ausgänge wieder abgeben mussten. Entschlossen machten wir uns auf den Weg durch den Garten zur Burgruine. Ich hatte zwar gewusst, dass es sich bei der Burg Edo nur noch um eine Ruine handelte, aber dass da nur noch so wenig stand, hatte mich zugegebenermaßen überrascht und zutiefst enttäuscht. Wie sich herausstellte, war von der Burg nicht mehr übrig als das Gelände, auf dem sie einmal stand, wo sich nun die östlichen Gärten befanden, und die Grundmauern des zentralen Burgturms, wo man hinaufgehen und die Aussicht genießen konnte. Und natürlich darum trauern, dass von der schönen Burg eigentlich nichts mehr übrig war, so wie ich...

天守台 (der zentrale Burgturm)  天守台die östlichen Kaisergärten, aka das Gelände der zerstörten Burg Edo

Nachdem wir nicht viel Zeit übrig hatten, hetzten wir von dort aus weiter durch die Parkanlage, entdeckten ein paar weitere Kirschblütenbäume, die allerdings bisher nur so halb blühen wollten (die Kirschblütenzeit in Japan ist eigentlich eher im März/April). Ein bisschen Burg bekam ich allerdings doch noch zu sehen, denn am Ende unseres Weges standen wir vor einem Turm, der in einer Ecke des Parkes noch gut erhalten stand. Dann wies uns eine Lautsprecherdurchsage auch schon darauf hin, dass die Besuchszeit bald vorbei war und man sich zum Ausgang begeben sollte. An Burgmauern und einem Gebäude der Schlosswache vorbei, verließen wir langsam den Garten.

doch noch ein Stück Burg für mich :D auf dem Weg zum AusgangSchlosswache Bäumchen am Ausgang

Nachdem wir unser Ticket abgegeben hatten, gingen wir durch das Otemon 大手門, das Haupttor der Burganlage. Dann wollten wir unser Glück mal beim Kaiserpalast versuchen, vielleicht hatte dieser ja länger offen. Pech für uns, da waren wir - mit einigen anderen Besuchern - zu spät dran und kamen nicht mehr auf das Gelände des Kaiserpalastes. Dafür konnten wir von draußen noch eine Zeit lang in Ruhe unseren hübschen Burgturm bewundern.

Otemon Türmchen von außen anderer Eingang von außen Vögel :D

Zu Fuß gingen wir zum Bahnhof Otemachi 大手町, das übrigens "Stadt vor dem Haupttor" heißt. Von dort aus fuhren wir bis Ikebukuro, wo wir zum Karaoke gehen wollten, denn das ist in Japan sehr beliebt. Praktisch daran ist, dass man dabei einen Raum mietet und sich ungestört amüsieren kann - egal, wie schlecht man singen kann.

Karaoke Dango (süße japanische Knödel) als Imbiss :D

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